J.S.Bach, aus "Wohltemp. Klavier 2", Präludium und Fuge D-Dur
(1685-1750)
W.A.Mozart/Höricht, Mozart (aus dem Requiem)
(1756-1791)
I. Stravinsky/Zrenner, L'Adoration de la terre aus "Sacre du printemps"
(1882-1971)
F. Schubert/Zrenner,Elrkönig
(1797-1828)
T. Tallis/Widmoser,Lux 40 (Spem in Alium numquam habui)
(1505-1585)
Mitwirkende:
Joerg Widmoser - Violine
Winfried Zrenner - Violine
Andreas Höricht - Viola
Anna Rehker - Cello
Das Modern String Quartet steht für einen schöpferischen Umgang mit Musik aus Vergangenheit und Gegenwart: Elemente aus Jazz, Klassik, Minimal Music und Ethno verbinden sich zu einer Zeitreise in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Musik.
Modern String Quartet
DIE NEUE DIMENSION DES STREICHQUARTETTS
Das 1983 gegründete Modern String Quartet gehört zu den prägenden Ensembles der europäischen Crossover-Szene. Als Grenzgänger zwischen Klassik, Neuer Musik und Jazz haben die Musiker im Laufe ihrer gemeinsamen Karriere immer wieder höchst eindrucksvoll die ungeheure Vielfalt der Möglichkeiten zeitgenössischen Musizierens aufgezeigt und für den jeweiligen Moment scheinbar ausgeschöpft. Scheinbar – denn auch für Joerg Widmoser, Winfried Zrenner (Violinen), Andreas Höricht (Viola) und Anna Rehker (Violoncello) gilt: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.
In über 4.000 gemeinsamen Konzerten, auf mittlerweile 24 Alben und nicht zuletzt im Rahmen zahlreicher spannender Kooperationen mit Künstlern wie Konstantin Wecker, Wolfgang Dauner, Charlie Mariano, Klaus Doldinger, Mercedes Sosa, Joan Baez, Carl Oesterhelt Joe Haider. John Kaizan Neptune oder Sarband hat das vielfach ausgezeichnete Quartett bis heute wiederholt seine außergewöhnliche Klasse unter Beweis gestellt. Ob in Europa, Nordamerika, Afrika oder Asien – mit der ungeheuren Energie, die sie mit ihrer Musik freisetzt, fasziniert die virtuose Viererbande aus München Zuhörer auf der ganzen Welt.
Nach der Devise „Wir machen das, was wir bei unseren Lehrern nicht gelernt haben“ umkreisen die Mitglieder des Modern String Quartet den geheimen Kern ihrer Kunst und stossen dabei in bislang ungehörte Sphären vor. Schon früh haben sie eine unverwechselbare Art des Zusammenspiels entwickelt und sich auf dieser Basis ein vielfältiges Repertoire erarbeitet. Darin weist ihnen die Kunst der freien Improvisation und der so respektvolle wie selbstbewusste Umgang mit fest ausformulierten Kompositionen den Weg in gleichermaßen unbekannte wie faszinierende Klanglandschaften.
Eine eindeutige, dogmatische Zuordnung des Ensembles zum Bereich der Modernen Klassischen Musik oder zur Welt des Jazz ist definitiv nicht möglich. Denn als Streichquartett bilden Joerg Widmoser, Winfried Zrenner, Andreas Höricht und Anna Rehker zwar einerseits die hohe Spielkultur und Tradition klassischer Kammermusik ab, andererseits stehen sie jedoch als Jazz-Formation in der Nachfolge dessen, was Duke Ellington einmal unter der Bezeichnung „zeitgenössische Musik“ so zusammenfasste: Musik am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, mit den richtigen Leuten.
Das Modern String Quartet erfüllt diesen Anspruch mit einem breit gefächerten Repertoire, zu dem neben zahlreichen Eigenkompositionen ebenso Werke von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Igor Stravinsky, Debussy oder Modest Mussorgsky, aber auch Stücke von Pergolesi, Philip Glass und Steve Reich gehören. Hinzu kommen Songs von George Gershwin, John Lennon und Paul McCartney, Sidney Bechet, Duke Ellington, herbei Hancock, Miles Davis u.v.a. Vor diesem Hintergrund wird deutlich: Für das Modern String Quartet ist „Crossover“ nicht nur ein Wort. Hier geht es um kreative Grenzüberschreitungen, um künstlerische Bewegung und intellektuelle Beweglichkeit. In ihren schier anarchischen Instrumental-Aktionen zelebrieren die vier Streicher die innovative Weiterentwicklung kammermusikalischer Konzepte auf dem Boden der Tradition als unaufhaltsames work in progress.